Wilhelmsgarten

Der Standort des Ausflugslokals „Wilhelmsgarten“ ist heute noch zu erahnen. Wo sich schon seit Jahrzehnten das Freigelände der Konsumgenossenschaft an der Bebelstraße, Ecke Külzstraße ausbreitet, befand sich einst die Lokalität. Der ewig verschlossene und noch gut zu sehende Toreingang mit Säulen und Kunstschmiedetor in der Külzstraße war die Eingangspforte zu dem weitläufigen Gartenlokal.

Es wurde von Schankwirt Friedrich Müller nach 1875 gegründet. Er war aus der Börde, genauer gesagt aus Hakeborn, gelegen im Salzlandkreis, an die Ihle gezogen. Auch die nachfolgenden Betreiber Robert Kreidel und Friedrich Schimpf waren keine Burger. Der erstgenannte stammte aus Hettstedt und der zweite aus Größnitz, jetzt im Burgenlandkreis zu finden. Restaurateur Schimpf zum Beispiel kaufte das Grundstück 1879 und eröffnete seine Gaststätte im November des Jahres. Zu dem Zeitpunkt trug sie den Namen Flora.

Am 10.März 1893 meldete das Burger Tageblatt, dass sich „im Etablissement zur Flora“ Kapellmeister P. Schmidt niedergelassen habe. Er hatte das Gasthaus als Stammsitz ausgesucht und versuchte von hier aus, mit seinen Musikern in Burg und weiterer Umgebung Auftritte zu erhaschen. Sein Selbstlob klang so: „Da ich nur gute Musiker von Beruf engagiere und auch selbst Capellen unter meiner Leitung geführt habe, so wird es mein eifrigstes Bestreben sein, stets eine gute Musik (Streich- sowie gute Militair-Musik) bei soliden Preisen zur Ausführung zu bringen.“

1894 kam es zu der Namensänderung. Aus der Flora wurde der Wilhelmsgarten. Verantwortlich dafür war der neue Gastwirt Carl Voigt, der die alte Flora vollständig neu einrichten ließ. Die Burger Zeitungen hatten dann laut Archiv noch einmal Anfang des neuen Jahrhunderts Notiz vom Wilhelmsgarten genommen. Am 20. Juli 1901 berichteten die Neuesten Nachrichten von einem viel umjubelten Abonnementskonzert. Aufgespielt hatte die in Burg stationierte Artilleriekapelle. Der Berichterstatter konnte erstaunt verzeichnen: „Kein Tisch war mehr frei und kein Programm mehr zu haben, als wir etwas nach Beginn des Konzerts den Wilhelmsgarten betraten“. Überliefert ist noch, dass sich 1907 der Wirt eine neue Kegelbahn zugelegt hatte. Grund für den Kegelklub „Gemütlicher Stamm“ am 15. Juni 1907 ein Preiskegeln zu veranstalten. Als Preise lockten ein Damen- und ein Herrenfahrrad.

Waldhalle
Zentralhalle
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