Sankt Nicolai (Unterkirche)

Größte romanische Granitbasilika östlich der Elbe

Die Kirche „Sankt Nicolai“ wurde zwischen 1161 bis 1186 als einen romanischen Granitquaderbau errichtet und ist eine kreuzförmige Pfeilerbasilika mit eine zweitürigen Westbau.

Das Innere ist im Wesentlichen durch schmucklose Hochschiffwände geprägt zu den später ein Tonnengewölbe eingesetzt wurde, erste Ausmallungen sind um 1606 erwähnt. 1556 ersetzt man die Flachdecke durch ein gotisches Kreuzrippengewölbe, diese wird von Konsolen getragen. Im Schlussstein der Konstruktion ist hier eine Darstellung des „Agnus Dei“ (Lamm Gottes) zu sehen.

Der 1699 errichtete hölzerne zweigeschossige barocke Hauptaltar besteht aus zwei Säulen auf den ein Segemtgiebel ruht. Auf der linken Seite befindet sich eine Figur des Moses, und auf der rechten Seite des Johannes, des Täufers. In der Mitte befindet sich ein Gemälde was eine Gethsemane Darstellung zeigt. In der darunterliegenden Predella die „Einsetzung des Abendmahles“ und die darüber liegende Lunette „Die Kreuzigung“.

Die aus Sandstein bestehende Kanzel wurde von dem Bildhauer Michael Spies aus Magdeburg um 1610 geschaffen und ist versehen mit figürlichen Reliefs aus Alabaster. Sie ist als Besonderheit zu bewerten, da ihr Figurenprogramm dem eines Epitaphs entspricht. Der von einer Mosesfigur getragene Kanzelkorb zeigt auf seinem Unterbau fünf Medaillons der vier Evangelisten mit ihren Attributen sowie das Wappen des Bildhauers mit der Umschrift „MICHAEL SPIES BILDHAW. IN MAGD.“ In der Kanzelbrüstung ist eine Kreuzigungsgruppe (Maria und Johannes, das Kreuz wurde gestohlen, der Corpus irreparabel zerstört) eingearbeitet. Auf der Treppenbrüstung sind in zwei Gruppen ihre sieben Söhne und sechs Töchter abgebildet. Ein Knabe und zwei Mädchen sind verkleinert dargestellt, da sie im Kindesalter verstorben sind.

Eine weitere Besonderheit der Kirche ist ein Hängeepitaph aus Sandstein aus dem 17. Jahrhunderts vom Steinmetz Hans Hierzig aus Überlingen am Bodensee für Christoph von Eckstett und seine Frau Ursula von Lossow geschaffen wurde. Die Stifter sind als vollplastische Figuren hinter zwei weit vorspringenden Säulen dargestellt. Auf dem unteren Gesims sind die Wappen ihrer Ahnen angebracht.

Weitere Besonderheiten sind auch mehrere Grabdenkmäler, die sich in der Turmhalle sowie am Außenbau auf der Nordseite befinden. In der südlichen Apsis wurde der älteste unter den an der Kirche vorhandenen Grabsteinen gelegt, der einem 1321 verstorbenen Priester gewidmet ist und den Verstorbenen in einer Ritzzeichnung darstellt.

Zwischen den ursprünglich mit Pultdächern versehenen und in gotischer Epoche mit den aufstrebenden Spitzen versehenen Kirchtürmen wurde 1617 eine Türmerwohnung eingebaut. In ihr tat der Türmer seinen Glöckner- und Wachdienst im Auftrag des Magistrats der Stadt Burg bis 1893 durchgeführt.

Die Gemeindeglieder der St. Nicolaigemeinde haben nach mehrjährigen komplizierten Instandsetzungsarbeiten (durch bauliche Schäden und blinde Zerstörungswut wurde die Kirche zwischen 1974 und 1985 verwüstet, sie war eigentlich schon dem Verfall preisgegeben) die Kirche im Jahr 1990 wieder nutzen können. In ihr finden ganzjährig Gottesdienste verschiedenster Art statt. In den Monaten der warmen Jahreszeit erklingen in der Kirche mit ihrer wunderbaren Akustik regelmäßig Konzerte.

Am 1. Januar 2002 schlossen sich die beiden ehemaligen großen Stadtgemeinden eine Kirchengemeinde mit dem Namen „St. Nicolai und Unser Lieben Frauen“ mit den Kirchen St. Nicolai und Unser Lieben Frauen.

Unser Lieben Frauen (Oberkirche)
Sankt Johannis Baptist (Katholische Kirche)
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