Historische Gerberei

Im Mittelalter gewann in Europa das Lederhandwerk an Bedeutung, als man sich zu Handwerkszünften zusammenschloss und das Leder vielfältige Verwendung fand, wie z. B. für Schuhe, Jacken, Mützen, und Hosen. Auch Schilde, Harnische und Waffen, aber auch das Fuhrwesen, Reiter, Ross und Sattel benötigten Leder. So gelangte die Zunft der Gerber, wie auch alle anderen Zünfte, zu großem Ansehen und Macht. Um eine Gerberei zu betreiben, wird viel Wasser benötigt. Was lag da näher, als die Ansiedlung derselben in Burg an der Ihle.

In Burg werden Ende des 13. Jahrhunderts Gerber und Schuhmacher erwähnt. Anfang des 19. Jahrhunderts werden 12 Gerbereien in Burg nach-gewiesen. Zum Ende des 19. Jahrhunderts existierten bereits 19. Im Dezember 1991 hat die letzte Gerberei in Burg, der Betrieb Albrecht in der Hainstraße, die Produktion eingestellt. Das vorgebaute Wohnhaus der Gerberei in der Hainstraße 12, früher Hausnummer 550, ist das älteste Haus in Burg. Seine Erbauung ist laut historischen Quellen um ca. 1450 einzuordnen.

Die Gerberei und dessen Fertigungsstrecken sind ein technisches Denkmal und bis heute vollständig erhalten. Heute ist sie Sitz des Heimatvereins Burg und Umgebung e.V. Besucher können hier hautnah erleben, wie aufwändig Gerber arbeiteten, wie einem die sprichwörtlichen Felle davonschwammen und warum sich mancher eine Blöße gab.

Das vor der Gerberei stehende Hochständerhaus diente als Wohnhaus der Gerbermeister und steht heute unter Denkmalschutz. Es ist eines der ältesten noch erhaltenen Häuser in dieser speziellen Bauart in Burg. Besonders die Deckenhöhe von gerade einmal zwei Metern erinnert daran, dass die Burger 1588/89, zur Zeit der Erbauung, nicht besonders groß gewachsen waren. Heute müssen Besucher schon mal den Kopf einziehen!

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