Schuhfabrik Conrad Tack


Die Gründung erfolgte 1883 durch den Krefelder Kaufmann Conrad Tack in einer gemieteten Scheune in der Oberstraße 1009 (heute 87a). Mit 20 Schuhmachern und 5 Maschinen produzierte er ca. 50 Paar Stiefel pro Tag. Schon 1885 verlegte er seine Firma wegen Geschäftserweiterung in die Magdeburger Str. 6 und 1887 in die Brüderstraße 54. In der Zwischenzeit beschäftigte er erstmalig in der Schuhbranche einen Handelsreisenden.

Das Jahr 1887 war geprägt durch eine neuartige maschinelle „Serienproduktion“ von Schuhen und wurde damit zum Gründungsjahr der industriellen Schuherstellung in Deutschland.

1888 begann Conrad Tack mit der Planung und dem Aufbau eines eigenen Fabrikkomplexes. Zur Finanzierung schloss er sich mit dem Berliner Lederwarenhändler Wilhelm Krojanker zusammen. Mit diesem Teilhaber wurde die Schuhfabrik „Tack“ in Burg (mit Teilniederlassung in Berlin) zu einer offenen Handelsgesellschaft der „Conrad Tack & Cie.“.

1893 begann der Berliner Kaufmann Alfred Zweig (später Teilhaber) die technische Leitung in der Firma zu übernehmen. 1896 verließ Conrad Tack zugunsten seines Sohnes Ernst Tack die Firma, der mit den Teilhabern Krojanker und Zweig die Schuhfabrik bis 1905 weiterführte.

Zu diesem Zeitpunkt produzierten 1050 Mitarbeiter 4000 Paar Schuhe am Tag bei einen Jahresumsatz von 7,6 Mio. Mark dabei besaß die Firma bereits 90 eigene Schuhgeschäfte.

Entwicklung der Schuhfabrik unter den Besitzern Krojanker und Zweig

1912 Umwandlung der Conrad Tack & Cie. in eine Aktiengesellschaft der Conrad Tack & Cie. AG mit Wilhelm Krojanker als Generaldirektor und Alfred Zweig als Stellvertreter bilden bis zu ihren Tode 1924/1926 den ersten Aufsichtsrat. Danach leitete Herman Krojanker (Sohn von Wilhelm Krojanker) als Generaldirektor die Firma.
1926 Starker wirtschaftlicher Aufschwung durch den Ausbau das Verkaufsnetzes indem er den von Conrad Tack gegründeten Direktverkauf der Burger Schuhe in den eigenen Schuhfilialen weiterentwickelte.
1930 Die Conrad Tack & Cie. AG besaß nun über 130 eigene Schuhgeschäfte, 2000 beschäftigte Personen und produzierte 5000 Paar Schuhe am Tag sodass die Conrad Tack & Cie. AG das größte europäische Verkaufsnetz einer Schuhfabrik besaß.
1933 Auf Grund Hitlers Machtergreifung musste Herman Krojanker die Firma an die Carl Freudenberg GmbH in Weinheim verkaufen.

Entwicklung der Schuhfabrik unter den Freudenbergs – zur Demontage

1933 Richard Freudenberg erhielt mit einen Aktienanteil von 90 % den Vorsitz das Aufsichtsrates und Dr. J. Heinz Peters die Leitung in Berlin.
1934 Es kam zur Umorganisierung der Verwaltung, sodass es nun neben der Verwaltung Berlin-Kurfürstendamm die Verwaltungen Fabrik und Lagerhaus in Burg gab.
1935 In diesem Jahr erfolgte ein gigantischer Umzug der Verwaltungen Berlin-Kurfürstendamm und Lagerhaus Burg nach Berlin-Tempelhof.
1936 Umwandlung der Firma in eine Kommanditgesellschaft der Conrad Tack & Cie., Kommanditistin wurde die Freudenberg & Co.
1937 Rekordumsätze von 35 Mio. und 1939 von 42 Mio. Reichsmark
1939 vorrangige Produktion von Militär- Filzstiefel während des 2. Weltkrieges
1946 Enteignung der Brüder Freudenberg und Demontage der Schuhfabrik
1947 Löschung des Namens Tack aus dem Handelsregister.

Neuanfang und Entwicklung der Schuhfabrik 1946 bis 1954

1946 Im August startete auf Initiative des Kaufmans Marcus Blumenfeld mit 20 ehemaligen Mitarbeiter in der Brüderstraße 35 unter dem Namen Burger Schuhfabrik eine neue Ära der Schuhfabrik.
1949 Umzug des Werkes in den leeren Fabrikkomplex der Magdeburger Straße.
1950 Einrichtung einer Lehrlingswerkstadt für die Ausbildung von Lehrlingen und die Schuhfabriken Buntschuh und Hans Sachs folgten dem Umzug in die Magdeburger Str. mit ihren Beschäftigten und Maschinen.
1951

Auf Beschluss des Ministeriums für Leichtindustrie der damaligen DDR wurde die Zusammenlegung der oben genannten Betriebe zum VEB (Vereinigte Burger Schuhfabriken) angewiesen.

1954 Der VEB Burg erhielt den Namen VEB Schuhfabrik Roter Stern und man stellte sich neue Schwerpunkte:

  1. Ständige Verbesserung der Technik
  2. Verbesserungen im Sozialen Bereichen

Entwicklung der Schuhfabrik in der DDR von 1954 – 1990

1958 bis 1959
  • Beginn der ständigen Aus- und Weiterbildung von Meistern 1958
  • Einführung der Klebetechnik und das Sohlenklebezwickverfahrens
  • Steigerung des durchschnittlichen Lohnes
1960 bis 1969
  • Einführung von fußgerechten Schuhwerk
  • Dreischichtsystem ab 1962 und 5 Tage Woche ab 1966
  • Hydraulik und Hochfrequenzschweißstanztechnik ab 1965
  • Enge Zusammenarbeit mit den osteuropäischen Schuhfabriken Ungarns und Jugoslawiens ab 1966
  • Beginn der ständigen Aus- und Weiterbildung von leitenden Mitarbeitern ab 1968
  • Enge Zusammenarbeit mit asiatischen Schuhfabriken aus Vietnam bis und Indien ab 1972
  • Bau von Zweigstellen in Osterburg und Oebisfelde 1973, sowie in Zielitz 1974
  • Einführung von Automatik mit PUR- und Direktanschäumtechnik 1974
  • Eingliederung der Schuhfabriken aus Bad Doberan, Gommern und Gardelegen 1973
  • Zusammenarbeit mit Schuhfabriken aus Polen 1977
1980 bis 1989
  • Einführung der PVC-Anspritztechnik, zentralgesteuerten Anlagen, bis mikroelektronisch gesteuerten Geräten und moderner Rechentechnik 1989 (Computern) 1984
1990
  • Mit dem Anstieg der hergestellten Schuhpaaranzahl auf 14027 pro Tag entwickelte sich der VEB Schuhfabrik Roter Stern zum zweitgrößtem Damenschuhproduzent der DDR.
  • Durch die Wende in Deutschland hörte am 30. Juni der VEB Schuhfabrik Roter Stern auf zu existieren.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlandes kam es mit erheblichen Veränderung am 1. Juli 1990 zu einen Neubeginn und zur Umwandlung in die Burger Schuhfabrik GmbH. Doch der Neubeginn mit seinen Verbesserung zum Erhalt der Fabrik brachte durch das Wegbrechen der ostdeutschen Arbeitsmärkte und Stornierungen bestehender Verträge dem Betrieb den Niedergang mit:

1991
  • Kurzarbeit und Treuhandbeschluss zur Stilllegung,
1992
  • Kündigung der Mitarbeiter und Versteigerung der gesamten Betriebs- ausstattung,
1993
  • mit der letzten Lehrlingsausbildung endete die 110jährige Geschichte der Burger Schuhfabrik.
1997
  • Die Landes-Treuhand verkauft die ehemalige Schuhfabrik an den Landkreis
1998
  • Offizieller Startschuss für die Sanierung und den Umbau zur Berufsbildende Schulen „Conrad Tack“
2000
  • Zum Schuljahresbeginn 2000/2001 ist der Bau beendet. Räume und Labore sind von den Lehrkräften eingerichtet. 24. August Die neue Schule wird feierlich eingeweiht.
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