Von 1946 – 1990

Wie Waldfrieden zu seinem Namen kam 1945 bis 1949

Die Rote Armee übernahm 1945 die Kaserne, nutzte diese aber nicht. Im Frühjahr 1947 bringt der Befehl 209 der S.M.A.D. der Regierung Sachsen-Anhalt Handlungsfreiheit für einen Teil von Kasernen. In Folge wird der erhaltene Teil des Fliegerhorstes an die Stadt Burg übergeben. Die vordergründiges Aufgabe war, hier Platz für nahezu 800 Umsiedler zu schaffen. Dabei entstanden neue Ideen. So wurde über eine Schule, ein Altersheim und eine Gärtnerei (mit Lehrlingswohnheim) nachgedacht. Im Herbst kam es bei einer öffentlichen Andacht mit Pfarrer Pape und dem Gärtnermeister Mittendorf in einem Gespräch mit unzufriedenen Bewohnern zum Namen WALDFRIEDEN. Der Pfarrer beruhigt die Umsiedler, dass sie hier doch im Wald und in Frieden leben. OB Joergler und Clara Schwaab bemühten sich sehr um die 800 Menschen. Am 24.02.1948 erklärte der 1. OB Joergler, Waldfrieden zum Stadtteil von Burg. In einem Brief an die Landesregierung erklären die Umsiedler, dass Burg ihre neue Heimat ist. Bis zum August 1949 wurden ca. 6.000 Umsiedler in Waldfrieden aufgenommen. Im Frühjahr 1948 begann man mit den Frankfurter Dokumenten „im Westen“ an der Teilung Deutschlands zu arbeiten. Dies hatte offensichtlich auch Auswirkung auf die Nutzung des Objektes Waldfrieden. Am 14.02.1948 stellte ein Brief der Landesregierung die Aufgabe, zu prüfen, ob in Waldfrieden 750 Volkspolizisten untergebracht werden können. Der Stadtrat Willy Palm wurde mit der Lösung dieser Aufgabe beauftragt. Nach Prüfung der Anforderungen an Material und Bauarbeitern wird sofort intensiv an diesem Vorhaben gearbeitet. Ab dem 05.08.1948 werden die Umsiedler, 229 Familien mit 690 Angehörigen, in verschiedenen Kreisen untergebracht. Danach treffen Vorkommandos aus den verschiedensten VP-Kasernen ein und bereiten die erste Einberufung vor. Am 04.09.1949 erfolgten die erste Einberufung in das Objekt Waldfrieden.

So mag es ausgesehen haben als die Flüchtlinge, aus den ehemaligen
Deutschen Ostgebieten im Flüchtlingslager Burg-Waldfrieden eintrafen.


Waldfrieden als Kaserne für die kasernierte Volkspolizei 1949 bis 1956

Die Bedingungen für die Nutzung als Kaserne waren denkbar schlecht. Sind für die damalige Zeit große Schlafsäle noch die Norm, so standen für die Ausbildung und für Schulungen kaum Räume zur Verfügung. Die Dächer wurden so gut es ging repariert, so dass die direkt darunter befindlichen Räume als Schulungsräume genutzt werden konnten. Es gibt Zeitzeugen für diese Zeit, Herr Kurt Zinke aus Burg hat am 05.09.1949 seinen Dienst bei der 3. VP-Bereitschaft angetreten. Die politischen Verhältnisse machten eine Reaktion auf die „Frankfurter Dokumente“ erforderlich. Ein Teil der VP-Einheit wurde in den Raum Jüterbog verlegt. Im September 1953 wurde ein schweres C-Regiment aufgestellt. Unter der Führung von OSL Otto Schliwinski begannen 769 Volkspolizisten ihre Ausbildung. Gleichzeitig gab es in Burg ein C-Btl.. Hier wurden Kommandanten, Richtschützen und Fahrer für Panzer ausgebildet. Der Zeitzeuge Major Karl-Heinz-Günther war dort Ausbilder. Diese Einheiten haben sich bis zur Gründung der NVA im Jahr 1956 wenig verändert und gehörten dann zur Struktur der 1. Mechanisierten Division Potsdam. Zum Objekt gehörte auch ein Militärorchester, welches 1960 aufgelöst wurde. Das Orchester stand unter Leitung von Wilhelm Thiele und Major Lowak. Die Gründung des „Warschauer Vertrag“ am 14./15. Mai 1955 war eine Reaktion auf die Pariser Verträge aus denen die NATO hervorging. Die DDR wurde Mitglied des „Warschauer Vertrag“, hatte aber keine militärischen Pflichten.

Kasernierte Volkspolizei auf dem Wege zur Einweihung des Hermann-Matern-Stadions 1952.


Gründung der NVA und der Weg des PR-1 1956 bis 1983

Nach der Gründung der NVA am 01.03.1956 legten die Armeeangehörigen des PR-1 und des Pz.-LehrBtl.-1 am 30.04.1956 ihren feierlichen Schwur auf die DDR ab. Als Vertreter des Ministers für Nationale Verteidigung nahm Generalmajor Arno von Lenski teil. Bereits am 01.03.1958 erhielt das PR-1 die Truppenfahne.

>September 1961 wurde das Pz-LehrBtl.-1 dann aufgelöst und die Aufkl.Kp-1 bezog das Objekt. Bei den Divisionsübungen 1963, 1965 unter Leitung von Marschall Gretschko, sowie den Übungen 1967 und 1969 (Übung „Frühling“ im Raum Eberswalde, 1UF im Juni bei Kähnert) zeigten die AA eine hohe Einsatzbereitschaft.

1969 war ein besonderes Jahr:

In Anwesenheit der Söhne Konrad und Markus wurde auf einem feierlichen Appell der Name „Friedrich Wolf“ verliehen. Die 5 Monate Feldlager in den Krähenbergen während des Manövers „Waffenbrüderschaft“ meisterte das PR-1 genau so gut, wie die Herausforderungen bei der Modernisierung auf den Typ T-55 A (P) und der Schilka, sowie den Ausbau der PSP Brück im Jahr 1972. Die Divisionsübung „Lawine“ in den 70-iger Jahren wurde mit dem Prädikat „Gut“ abgeschlossen. Das PR-1 mit seiner Technik, war über viele Jahre Teilnehmer bei den verschiedensten Ehrenparaden in Berlin. begann mit den Vorbereitungen des TT zur Verlegung in den neuen Standort Beelitz die vielleicht größte Herausforderung in der Truppengeschichte. 2 Jahre wurde daran gearbeitet, insbesondere den Familien eine neue Heimat zu schaffen. Waldfrieden wurde an das Ausbildungszentrum 15 übergeben


Aufbau des Ausbildungszentrum-15 in Waldfrieden

Ab 1981 wurde mit der Aufstellung des AZ-15 in Burg begonnen. Durch Zukommandierung von Berufssoldaten aus den Landstreitkräften entstand eine MOB-Division, deren Struktur und Ausrüstung einmalig in der NVA war. Ein Drittel des Personalbestandes war aktiv und wurde durch Weiterbildung von Reservisten in verschiedenen Lehrgängen ergänzt.

Ab 1983 wurden je Quartal folgende Ausbildungen durchgeführt:

  • für ca. 500 gediente Reservisten entsprechend ihre geplanten Einsatz
  • 6 – 8 Offizierslehrgänge zur Qualifizierung von ca. 200 Reserveoffizieren entsprechend ihres Einsatz
  • Lehrgänge zur militärischen Ausbildung von je 60 Parteikadern
  • je AHJ ein Lehrgang zur Ausbildung von 30 Uffz., an Funkstationen kleiner und mittlerer Leistung
  • Maschinisten für Pioniermaschinen und Pioniertaucher

Ab 1985 fand jährlich die Übung „Wettkampf“ im Juni statt. Es wurde ein Truppenteil voll aufgefüllt und eine normale Übung gefahren. Zusätzlich wurden der notwendige Personalbestand und die Soll-2 Technik aus der Volkswirtschaft zugeführt. Die anderen TT/E waren in den Standorten Burg, Glöwen, Klietz, Havelberg, Grimme und Körbelitz stationiert (Stammpersonal im Soll I 3030 und im Soll II 14.586). Die Division war nach 72 Stunden einsatzbereit. Erster Kommandeur war Oberst Daum – Kommandeur bis 1990 war Generalmajor Möwes. Am 01.03.1986 wurde dem AZ-19 der Name Carl von Clausewitz verliehen.


Weitere militärische Objekte in Burg

Fallschirmjägerausbildungsbasis – 40

Es gab in der DDR keinen Flugplatz für die Aus- und Weiterbildung der Fallschirmjäger. 1981 wurde entschieden, den ehemaligen GST Flugplatz dafür zu nutzen. OSL Graske wurde als Leiter der Basis eingesetzt und begann unter sehr schwierigen Bedingungen mit dem Aufbau. Schon im Sommer 1982 konnte die Ausbildung beginnen. Als Flugzeuge standen zum Einsatz die AN-2 und Mi-8 bereit. 1984 waren alle Baumaßnahmen abgeschlossen.

Stammbesatzung der FJAB – 40

Fallschirmjäger vor dem Fallschirmsprung


Wehrkreiskommando Burg

Die wichtigsten Aufgaben waren:

  • Koordinierung der Zusammenarbeit der Truppenteile und Übungsplätze im Kreisgebiet.
  • Organisation und Führung der Auffüllung der Streitkräfte,
    Musterung, Einberufungund Wiedereingliederung nach Ende des Wehrdiensts.
  • Planung, Auswahl und Einberufung für den Reservedienst.
  • Führung der Nachwuchssicherung von Berufskadern.
  • Planung und Ausbildung der Kreiseinsatzleitung als Führungsorgan
    im Verteidigungsfall für den Kreis Burg.

Im Standort Burg waren auch des BChA-1 und die AKp-1 stationiert.

Beachtungswert ist, dass die Burger Bekleidungswerke, mit über 2.000 Beschäftigten, der größte Dienstkleidung herstellende Betrieb der DDR war. Hier wurde die gesamte Dienst-, Kampf-, und Einsatzkleidung der bewaffneten Organe der DDR hergestellt.

Sowjetische Truppen in Burger Kasernen

In der Alten Kaserne

1946 – 1992 302. Instandsetzungsbataillion sowie Teile des Lazarettes der 3. Stoßarmee

In der Neuen Kaserne

1945 – 1994 200.Garde-Mot.Sch. Regiment und Aufklärungsbataillion 7
1960 – 1992< 399.Fla-Raketenregiment
1978 – 1987 3. Luftsturmbataillion
Alle TT/E gehörten zur 3. Stoßarmee mit Stab in Magdeburg
Kampflose Übergabe der Stadt Burg am Ende des 2. Weltkrieges
ab 1990
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