Von 1919 – 1945

Die Polizeischule von 1920 bis 1935

Im Jahr 1920 erfolgte mit Auflösung der letzten Artillerieeinheiten das vorläufige Ende des Artilleriestandortes Burg. Der Versailler Vertrag sah neben 100 000 Mann Reichswehr nur noch die Aufstellung von Polizeitruppen vor. Im April 1921 wird mit vier Hundertschaften die staatliche Polizeischule der Provinz Sachsen in Burg aufgestellt. Am 01. April 1934 erhielt die Schule den Namen  „Landespolizeischule“. Mit Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht im Jahr 1935 und der Aufstellung der deutschen Wehrmacht wird die Polizeischule aufgelöst.



Infanterie-Regiment 66 von 1936 bis 1945
Zusätzlich werden in ihr stationiert:

  • der Stab Infanterie-Regiment 66,
  • der Regimentsnachrichtenzug,
  • der MG-Zug, – die Standortkommandantur.

In der Artilleriekaserne mit Namen „Carl von Clausewitz-Kaserne“ befinden sich zu diesem Zeitpunkt:

  • das 2. Bataillon Infanterie-Regiment 66,
  • die Heeresfachschule
  • die Heeresstandortverwaltung.

Das Infanterie-Regiment 66 nimmt am Polen- und Westfeldzug teil. Nach kurzzeitiger Rückkehr in den Heimatstandort erfolgt seine Verlegung nach Oberschlesien. Am 23. Juni 1941 beginnt der Einsatz in Russland. Im Juli 1942 erfolgt seine Umstrukturierung und Umbenennung in Panzergrenadier- Regiment 66. Nach der Zerschlagung des Regiments im August 1944 in der Südukraine, der darauffolgenden Neuaufstellung wird im Januar 1945 das Panzergrenadier-Regiment 66 und die 13. Panzerdivision erneut vernichtet.


Burg wird 1936 wieder Garnisonsstadt



Infanterie-Regiment 66 von 1936 bis 1945

Im Frühjahr 1937 begannen die Bauarbeiten für den Fliegerhorst Burg. Bereits im Oktober 1937 verlegte die Flugzeugführerschule C 6 aus Stade auf den Platz. Im Frühjahr 1939, am sogenannten Tag der Wehrmacht, wurde der Burger Flugplatz der Bevölkerung vorgestellt. Er trug die Bezeichnung: Fliegerhorstkommandantur Burg A 28/III, unterstand damit dem III. Fliegerkorps Berlin. Ab Mai 1940 erfolgte die Aufstellung der Schule C 16. Sie blieb bis zur Auflösung am 16. April 1945 bestehen. Zur Erfüllung ihres Auftrages, der Schulung auf mehrmotorige Flugzeuge, verfügte die Schule auch über HE 177. Während des Angriffs auf Polen nahmen von Burg aus Ju 52 als Transportflieger teil. 1944 erfolgte auf dem Fliegerhorst Burg die Umschulung und Umrüstung des Kampfgeschwaders 76 auf das strahlgetriebene Kampfflugzeug vom Typ Ar 234. Es galt mit über 850 km/h als damals schnellstes Flugzeug im Krieg. Ab Sommer 1944 begann die Flugerprobung der sogenannten „Mistelflugzeuge“ durch das Geheimgeschwader KG 200. Bei den Mistelflugzeugen handelte es sich um unbemannte Flugbomben. Eine Jagdmaschine ME 109 war mit einem älteren, nicht mehr einsatzfähigen, Bombenflugzeug darunter verbunden. Letzteres war mit Sprengstoff beladen und wurde vom Piloten der oberen Maschine bis zum Zielort gelenkt, wo er sich von der zerstörerischen Fracht durch Absprengen löste. Ende 1944 begann der Eignungstest zweisitziger Me 262 (dem damals modernsten Flugzeug) als Nachtjäger. Am 10. April 1945, gegen 14.00 Uhr wurde der Fliegerhorst von etwa 150 Boing B-17 (den „Fliegenden Festungen“ der VIII. US-Airforce) ohne Gegenwehr zerstört. Innerhalb von 10 Minuten wurden etwa 1600 Spreng- und Brandbomben auf die Rollbahnen, Flugzeughallen und Unterkünfte abgeworfen.

Haupteingang zum Fliegerhorst Burg.
Das Tor findet man heute am ehemaligen Schlachthof Blumenthaler Straße


Sturmgeschütz-Schule Burg von 1943 bis 1945

Im Juli 1943 wurde Burg Standort einer völlig neuen Waffenart, der Sturmartillerie. Im Juli 1943 wurde die Sturmartillerieschule „Zinna“ in die frei gewordene „Fürst Leopold von Anhalt-Kaserne“ verlegt. Einige Wochen später zieht in die alte Artilleriekaserne die frisch aufgestellte Sturmgeschützersatz- und Ausbildungsabteilung 500 ein. Im Frühjahr 1944 erfolgt die Umbenennung und Umgliederung in „Sturmgeschütz-Schule Burg“. Neben der Ausbildung von Sturmgeschütz-führern, sowie der Ausbildung und Erziehung des Führer- und Unterführernachwuchses der Waffengattung gehörte zum weiteren Aufgabenbereich die Organisation für die gesamte Sturmartillerie im Feldersatzheer. Zusätzlich erfolgte die Unterweisung von Angehörigen verbündeter Staaten, wie Ungarn, Finnland, Rumänien, Bulgarien und Spanien. Die Sturmgeschütz-Schule Burg war darüber hinaus an der Entwicklung technischer Neuerungen beteiligt, wie z.B. des Flakpanzers III. Bis zum Kriegsende wurden eine Vielzahl von Sturmgeschützeinheiten und -verbänden aufgestellt, welche aus Burg ihren direkten Weg an die Front antraten.

Am 14. April 1945 aus den Resten der Sturmgeschütz-Schule Burg wurde die Sturmgeschütz-Brigade „Schill“ gebildet und wenige Tage später der Infanteriedivision „Ferdinand von Schill“ zugeführt. Die Infanteriedivision entstand durch Umbenennung der Kampfgruppe Burg (Oberstleutnant Alfred Müller), u.a. aus den Restkräften des Fliegerhorstes Burg. Sie unterstand der 12. Armee und sollte den sowjetischen Ring um Berlin (Entsatz der 9. Armee) durchbrechen. Nach anfänglichen Erfolgen wich die Armee nach Nordwesten an die Elbe (Tangermünde) aus und ging dort in amerikanische Gefangenschaft.

Bildserie Sturmgeschützschule Burg

Von 1900 - 1918
Der Fliegerhorst Burg
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