Zur Schranke

Tageblatt 30. Juni 1883

In Fühlungsnahme zur Schranke der Bahnstrecke Magdeburg-Berlin befand sich eine Gaststätte, deren Namen zuerst nichts mit ihr zu tun hatte. Fritz Voigt nannte sie zur Eröffnung im Juni 1883 einfachhalber nach sich selbst, nämlich Voigts Gasthof. An der Ecke Niegripper Chaussee im guten Kontakt zum Güterbahnhof gelegen, wollte der Gastwirt seinen Gewinn nicht allein vom Bierumsatz abhängig machen.

Er ließ auf der Straße eine Fuhrwerkswaage unmittelbar vor seiner Kneipe bauen. Eine Anzeige im Burger Tageblatt vom Oktober 1885 nannte einen geschäftlichen Grund: „Zuckerrüben werden gekauft in F. Voigts Gasthof am Bahnhof zum höchsten Preis bei solider Abnahme.“ Zu sehen ist die ungenutzte Großwaage eingelassen in die Fahrbahn heute noch.

In den letzten Jahrzehnten ihrer Existenz war die Gaststätte in Burg als „Zur Schranke“ bekannt. Sie musste Ende der neunziger Jahre geschlossen werden. Ein Grund dürfte in der ab dem Zeitpunkt abgeschnittenen Lage gewesen sein. Direkt vor der Tür wurde eine Autobrücke gebaut, um aus bahntechnischen Sicherheitsgründen die Schranke der schnellen Hauptstrecke wegfallen lassen zu können. Was damit ausblieb, waren mögliche Gäste, die die Niegripper Chaussee an der Gaststätte „Zur Schranke“ direkt zu ihr nehmen konnten. Von Stammgästen allein kann ein Kneiper kaum leben

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