Zur Post

Der Standort der Kneipe „Zur Post“ mit der Adresse Markt 25 hat zu einem eine sehr lange Geschichte und einen besonderen Ruf in den jüngsten Jahrzehnten seiner Existenz – exakt bis zum Ende der DDR. Was die Historie betrifft, muss bis in das 18. Jahrhundert zurückgegangen werden. 1771 hatte der preußische König Friedrich II. dem Kaufmann Brick das Privileg zum Betreiben des Gasthofes zum „Weißen Schwan“ erteilt. Er befand sich da, wo um die Wende zum 20. Jahrhundert dann die Gaststätte „Reichspost“ stand. Sie war vor dem Ersten Weltkrieg das erste Offizierskasino des in Burg stationierten Militärs.

Tageblatt 4. Juli 1909

Erhalten sind aus dem Stadtarchiv zwei Anzeigen vom Mai 1907 und Juli 1909. In der ersten teilt G. Brandt mit, dass er das Restaurant „Reichspost“ eröffnet und in der anderen ist es Fritz Rawolle, der die Gastwirtschaft übernommen hat.

Es wurde für den 16. September 1958 die Eröffnung der HO-Gaststätte „Zur Post“ angekündigt. Von einem zu erhaltenden Niveau des Gaststättenbetriebes konnte über Jahre nicht mehr die Rede sein, obwohl die HO versucht hatte, es mit Renovierungen und Neuausstattungen zu heben. Eine nachweisliche erfolgte im Januar 1973. Es wurde die Küche erweitert, modernisiert und eine zeitgemäße Selbstbedienungsreihe eingerichtet. Was der Gaststätte „Zur Post“ damals rechtmäßig zugute gehalten wurde, dass das zehnköpfige Kollektiv eine schmackhafte und preiswerte Küche anbot.

Zum Verständnis muss man wissen, dass die Kneipe zweigeteilt war. Vorn die Selbstbedienungsreihe und im zweiten hinteren Raum die Biergaststätte. Sie war ein schwarzes Tuch für die Kripo der örtlichen Volkspolizei und für manchen volkseigenen Betriebsleiter. Es soll vorgekommen sein, dass ein Betriebschef dort seine arbeitsunlustigen Mitarbeiter bei Bier und Schnaps werktags aufgetrieben und ihnen gedroht hatte, entweder sofort zur Verrichtung des bezahlten Tagewerks mitzukommen oder auf der Stelle gekündigt und dem Rat des Kreises als Ordnungsbehörde mitgeteilt zu werden.

Die Gaststätte verschwand per Abriss in den neunziger Jahren. An ihrer Stelle wurde ein Wohnhaus mit Geschäft gebaut.

Wenn über die „Post“ geschrieben wird, muss an einen Imbiss erinnert werden, der unmittelbar daneben angrenzend in einer Tordurchfahrt residierte. Es handelte sich um das „Bratwurstglöckchen“, einer HO-Einrichtung. Sie war für einen Happen zwischendurch beliebt, aber schien von Konsumenten arg missachtet worden sein. Aus einem Leserbrief an die Volksstimme vom 17. September 1958 ist zu entnehmen, dass „fettige Wurst auf den Tisch geknallt oder die Hände an der Tischdecke abgewischt wurden“. Die öffentliche Volksstimme-Bitte an die Bratwürstl-Kundschaft: „Abräumen kann auch jeder Kunde selbst, denn die Verkaufskräfte sind vollauf ausgelastet.“

In den 1990er Jahren

Sommer 2009

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