Goldener Stern

In der Burger Oberstadt gab es bereits 1825 am Breiten Weg 12 neben der damaligen Stadtmühle den ebenfalls viel besuchten Gasthof „Goldener Stern“, geführt von August Seeger.

Albert Thie, dessen Familie einige Zeit auch die Bahnhofsgaststätte innen hatte, inserierte im 1. August 1861, dass er den Stern übernommen hatte. Zehn Jahre später schenkte Gastwirt Ruth das Bier aus. Es schien sich vor der Theke aber nicht nur ein guter Tropfen genehmigen zu lassen, sondern auch Getreide zu verkaufen. In den achtziger Jahren war die Räumlichkeit verschiedentlich Zentrum zum Aufkauf von Getreide.

Der Breite Weg war im vorigen Jahrhundert Streckenteil der Reichsstraße 1. Beste Chance, sich den zunehmenden Kraftfahrzeugverkehr profitabel nutzbar zu machen. Kneiper Alwin Bessem, der den Goldenen Stern im Mai 1920 übernommen hatte, nahm sie war und betrieb nebenbei eine Tankstelle vor der Tür. Nun darf man sie sich heute nicht als mehrspurige Tankgelegenheit vorstellen. Äußeres Merkmal war eine Tanksäule, die sich fast neben dem Bierverandagarten und Mitten auf dem Bürgersteig befand.

In den vierziger Jahren kam der Wandel zu einem neuen Profil der Gaststätte, den ältere Burger noch kennen könnte. Bruno Weigelt betrieb Anfang der 40er Jahre nicht nur die Biergaststätte, sondern auch einen Roßschlächterei. Er kaufte Schlachtpferde auf und verkaufte gleich deren Fleisch und Wurstprodukte. Am Ende des 2. Weltkrieges waren die Burger Rossschlächter die Einzigen, die Fleisch in der Tagespresse anboten. Normale Fleischer hatten kam noch was anzubieten.

Das sollte Tradition nach dem Zweiten Weltkrieg bleiben. Die HO-Gaststätte „Ponydiele“, wie der „Goldene Stern“ nun hieß, bot Terrinen Suppen Weiße Bohnen und Erbsen auch mit Pferdefleischeinlage zu jeweils 35 Pfennig an. Für Hackbraten, Gulasch, Schmorbraten und Rouladen musste der Gast 1.30 DM berappen und für ein „Riesenschnitzel“ beneidenswerte 1,90 DM.

Heute residiert in diesem Haus nahe der Ihlebrücke eine Versicherung.

Gerichtsschenke
Gastwirtschaft Heinrich Bork
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