Preußischer Hof

Um 1800 entstand an der Ecke Wasserstraße-Berliner Straße der Gasthof „Zum Preußischen Hof“. Eine glückliche Wahl des Standortes, wurde doch bald die Kunststraße Burg – Genthin gebaut. Betreiber des Gasthofes war Joachim Hesse. Erließ das Haus ausbauen, Stallungen für die Ausspannung errichten und für das Vergnügen eine Kegelbahn anlegen.

1813 war für den Wirt ein schwarzes Jahr. Die französische Besatzung der belagerten Burg „Magdeburg“ plante einen Ausfall. Ziel war Burg. Die plündernden Soldateska suchten auch neben anderen Gehöften den „Preußischen Hof“ auf. Es wurden Bargeld, drei Fuder Erbsen, Roggenkorn, 60 Zentner Heu und das Geflügel gestohlen. Es ging auch sehr viel Inventar zu Bruch. Ein Nachfolger von Hesse war der Gastwirt Busse. In einer Liste der Gasthöfe wurde das Anwesen zur Übernachtung für „gewöhnliche Reisende“ geführt. Gewöhnliche Gäste waren unter anderen Bauern und Hausierer.

<img src=“http://www.burgundumgebung.de/media/images/Preussischer_Hof.jpg“ alt=““ width=“700″ height=“400″ border=“0″ /> Alte Hausnummer 1198 – heutige Berliner Straße 23

<span style=“font-size: medium;“><span style=“font-size: medium;“><img class=“alignleft“ title=““ src=“http://www.burgundumgebung.de/media/images/Preussischer_Hof_Annonce.jpg“ alt=““ width=“300″ height=“250″ border=“0″ /></span></span>Um 1900 erlangte das Fahrrad einen hohen Stellenwert. Nicht nur für den Weg zur Arbeit wurde es genutzt, sondern auch zur Erholung in Feld, Wald und Flur. Radfahrvereinigungen schossen wie Pilze aus dem Boden. Diesen Trend passten sich auch die Gastwirtschaften an.

An der Hauswand des „Preußischen Hofes“ lud ein Schild „Radfahrers Ruh“ zu einer Pause ein. Erinnerungswürdig vielleicht auch dieses historische Detail: In dieser Zeit war der gesamte Fachwerkbau Eigentum des Ackerbürgers Andreas Kirchner, der im Gehöft Berliner Straße mit der Nummer 22 eine Heu- und Strohhandlung betrieb. Zur gleichen Zeit war es der Gastwirt Friedrich Benecke in der „23“, der am Ausschank des „Preußischen Hofs“ stand.

Der Gasthof Stadt Hamburg der Jacobistraße 7 ist ein Burger Beispiel, wie in flotter Jahresfolge die Eigentümer wechseln konnten. Vorweg sei gesagt, dass aus archivierten Unterlagen zu entnehmen ist, dass die Bürokratie schon vor über einhundert Jahren die Grundstückseigentümer und Pächter in Schrecken versetzt hatten. Als Gastwirt Ruth 1874 einen gastfreundlichen Umbau wollte, wurden ihm für die fünf Fenster zur Straße Marquise vorgeschrieben, die 2,2 Meter vom Fußweg entfernt sein mussten.

Ein altes Foto verrät, dass um die Jahrhundertwende „Stadt Hamburg“ unter anderem August Pattè gehört hatte. Ansonsten aber wurden im Verlauf der Jahre bis zum ersten Weltkrieg unentwegt die Inhaber gewechselt. Mit einer Zeitungsanzeige vom 1. Dezember 1891 wechselte das Gasthaus von D. Eschholz an August Behne. Dieser wiederum hielt es keine zwei Jahre aus und übereignete Stadt Hamburg an einen Andreas Schrader. Geschäftsführer Fr. Giesecke erinnerte die erlauchten Gästen als neuer Chef im März 1895 daran, dass „Stadt Hamburg“ in der Jacobistraße immerhin ein „altrenommierter“ Gasthof sei. Sicher deshalb, um seine Stammgäste an der Theke und für die Küche zu halten. Gieseckes Nachfolger war Fritz Lüke um 1900, bevor 1907 Carl Renz jun. Um Gäste warb. Die gestandene Generation der Burger wird heute ab den fünfziger Jahren die Gaststätte lediglich noch als HO-Fischwaren in Erinnerung bringen. Und heute hat in dem Haus die Druckerei Grothe ihren Sitz.

<img src=“http://www.burgundumgebung.de/media/images/Stadt_Hamburg.jpg“ alt=““ width=“700″ height=“575″ border=“0″ /> Foto von 1980
<p align=“justify“>Man sieht das Gebäude des ehemaligen Gasthofes „Stadt Hamburg“. Links schloss sich das noch bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts existierende Hotel „Stadt Braunschweig“ an.</p>

Brauner Hirsch
Zur Eisenbahn
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